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Das Informationsblatt - Ausgabe I/2006

I. Deckblatt:

Informationsblatt

für Mitglieder und Partner des
Freundeskreises Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V.

Ausgabe I / 2006


Erarbeitet und herausgegeben von Mitgliedern des
Freundeskreises Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V.
Internet: www.fbg-dresden-ostsachsen.de

10. Jahrgang / erscheint vierteljährlich


II. Inhalt

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Das war es!
Das 1. Brauereifest der Feldschlößchen AG, Dresden!

Heute am 03. September 2005 feiern die Brauer der Feldschlößchen AG mit ihren Kunden aus Nah und Fern. Der Vorstand der Feldschlößchen AG, Dresden hatte alle Freunde des Gerstensaftes, ob Feldschlößchen, Schwarzer Steiger, Coschützer oder Felsenkeller, zum 1. Brauereifest auf das Gelände der Brauerei nach Dresden-Coschütz eingeladen.
Feldschlößchen-Vorstand Axel Hahn meinte zu den Gründen warum auf einmal nun ein Brauereifest in Coschütz stattfindet; „…eine Brauerei sollte sich in ihrer Region durchaus einmal mit einem Fest präsentieren“. „Und diesmal gibt es ja sogar einen echten Anlass durch das 25-jährige Bestehen des Coschützer Betriebes“.
Über 10.000 Menschen kamen, um der Braukunst und den vielen Veranstaltungen an diesem Tag zu huldigen. Viel Arbeit war durch
die Mitarbeiter der Brauerei im Vorfeld notwendig, um auf dem Brauereigelände ein Fest zu feiern, um der Brauerei ein Festkleid anzulegen.
Als die ersten Besucher gegen 10.30 Uhr das Festgelände betraten, waren Alle froh, in erwartungsvolle Gesichter blicken zu können. Die Premiere des 1. Brauereifestes in Dresden-Coschütz konnte starten.
Das Feldschlößchen-Bier floss reichlich in die Gläser der Besucher. Aber auch für den Magen war reichlich gesorgt.
Das Festprogramm was die Veranstalter gestrickt hatten kam bei den Leuten gut an, enthielt es doch für jeden einen Leckerbissen.
Für den Abend hatten sich die Organisatoren noch drei besondere Höhepunkte ausgeguckt. Zum einen der Auftritt der Rock-Band „City“, ein brillantes Höhenfeuerwerk und zu vorgerückter Stunde der Auftritt der englischen Band „Right Said Fred“. Sie sollten sich alle drei zu einem brillanten Feuerwerk vereinen.
Die Blue Wonder Jazz Band eröffnete den Veranstaltungsreigen. In ihren Auftritt eingebunden fand auch die Eröffnung des Brauereifestes statt. Vorstand für Produktion Heinz-Joachim Marre hatte dazu einen zünftigen Fassbier- Anstich vorbereitet.
Axel Hahn Feldschlößchen-Vorstand für Marketing und Vertrieb begrüßte alle Festgäste zum 1. Brauereifest der Feldschlößchen AG, Dresden auf das Herzlichste. Moderiert wurde das ganze Geschehen von keiner anderen, als Anja Petzold, bis 1998 Pressesprecherin der Brauerei, heute TV-Moderatorin. Sie suchte sich den ganzen Tag über Gesprächspartner (siehe auch Rückseite), die mit ihr über die Brauerei, über das Brauen von Bier, das Sammeln von historischen Brauereiunterlagen u.a. sprachen.

 

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Wie heute Bier gebraut wird, erfuhren die Besucher bei einem Rundgang durch die Brauerei. Die Türen standen für die Gäste in allen Abteilungen der Brauerei offen. Ob im Sudhaus, in der
Gärung und Lagerung des Bieres sowie im Flaschenkeller, überall erklärten erfahrene Mitarbeiter der Brauerei die einzelnen Vorgänge bei der Bierherstellung. Die Besucher schauten und staunten, z. B. mit welcher Geschwindigkeit die Arbeitsabläufe im Flaschenkeller ablaufen. 50.000 Bierflaschen pro Stunde werden mit einer Anlage abgefüllt. Ein Novum, in 25 Jahren Brauerei in Coschütz war, man konnte ungehindert in den einzelnen Abteilungen fotografieren. In das Geschehen auf dem Gelände der Brauerei war auch der Freundeskreis Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V. fest mit eingebunden. Die Brauerei ist Hauptsponsor für die Arbeit im Freundeskreis. Historisches Brauereimaterial wurde zur Gestaltung von Vitrinen auf dem Besucherrundgang bereitgestellt. In einer Ausstellung zeigten die Mitglieder die Geschichte des Entstehens der Feldschlößchen AG, Dresden auf. Aus den Wurzeln der Brauerei zum Felsenkeller bei Dresden-Plauen und der Brauerei zum Feldschlößchen Dresden, über die Stationen VEB Dresdner Brauereien mit Brauerei in Dresden-Coschütz, entstand die Sächsische Brau-Union AG und 1995 aus ihr die Feldschlößchen AG, Dresden. Historische Brauereiaufnahmen, Aktien, Bieretiketten, Bierdeckel, Biergläser und anderes Schriftgut dokumentierten die einzelnen Etappen der Brauereientwicklung. Vereinsmitglieder zeigten auch Ausschnitte aus ihren Sammlungen. Da waren die unterschiedlichsten Biergläser mit Brauereidekor zu sehen. Historische Bierdeckel Dresdner Brauereien,
aber auch Bieretiketten aus Sachsen und als besonderer Höhepunkt auch Bieretiketten aus den USA konnte man betrachten. Ein Vereinsmitglied zeigte auch Kronkorken aus seiner Sammlung, aber auch wie man verbogene, wieder zu voller Schönheit erstrahlen lässt. Gezeigt wurden auch Geschichtsaufarbeitungen von sächsischen Brauereien. In vielen, an den Ausstellungstischen, mit den Besuchern geführten Gesprächen, wurde ihnen der Sinn unseres Sammelns erläutert. Ihnen wurde aufgezeigt, wie wichtig es ist, altes zu bewahren und den anderen Menschen näher zu bringen. Leider hatte der Freundeskreis nach Ausstellungsschluss, durch Diebstahl, den Verlust von einigen Dokumenten aus der Ausstellung zu beklagen. Die Ausstellung und die einzelnen Exponate der verschiedenen Vereinsmitglieder haben zu einem guten und gelungenem Auftreten des Freundeskreises Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V. im Rahmen des 1. Brauereifestes der Feldschlößchen AG, Dresden beigetragen.

Die ersten Worte von Sponsoring- und Eventmanager Dieter Gondosch zur Bilanz des ersten Brauereifestes waren: „Es war ein Knaller“.

Glauben wir den Worten von Axel Hahn, die er zum Abschluss des 1. Brauereifestes wie folgt formulierte: „Das Feldschlößchen Brauereifest soll Tradition bekommen“.

Bernd Hoffmann, FBG, 23.10.2005

 

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Vereinsmitglieder kurz vorgestellt

Johannes Haufe – unser Kronenkorkenspezialist

Der Kronenkorken ist die ärgerlichste Erfindung in der Biergeschichte mit dem Ziel, den Biertrinker von seinen köstlichen Getränk zu trennen. Ein Eingriff auf den Durst und eine Kriegserklärung an die (Mehrzahl der) Frauen. Denn wer hat schon die genialen Methoden gelernt, dieses stachlige Monstrum in der Not mit einem Zollstock, einem Feuerzeug, mit den Zähnen, an der Türfalle oder gar einer zweiten verschlossenem Bierflasche zu öffnen. Ohne griffbereiten Öffner zieht man sich aber leicht schwere Verletzungen an den Fingern zu, die Geduld oder verdurstet unversehens.

Quelle: Fröhliches Wörterbuch Bier Trinken, Tomus Verlag GmbH, München 1994

 

Das Sammeln von Kronenkorken ist eine interessante und auch unterhaltsame Sache, wenn man es wie Johannes Haufe mit Akribie betreibt.
Für ihn sind nicht nur die vielen schönen Motive von Interesse, sondern auch die kleinen Details, die ein Außenstehender nicht beachtet. Über einige dieser Details wie z.B. die Herstellersignets hat er gemeinsam mit Karlheinz Mann bereits 3 Ausgaben eines Lexikons herausgegeben. Seine besondere Spezialität, für die man ihn auch „Kronenkorkendoktor“ nennen könnte, ist die nahezu perfekte Reparatur von zerknickten oder zerbeulten Kronenkorken. Dafür hat er sich eigens Werkzeug anfertigen lassen und sich einen Flaschenverschlussapparat organisiert. Voller Stolz und mit einem schnippischen Lächeln führt er seine „goldenen Werkzeuge“ zur Verblüffung der Zuschauer vor. Und so funktioniert`s: Man nehme einen deformierten Kronenkorken, hämmert hier ein wenig,
biegt da ein bisschen, nimmt den Verschlussapparat und drückt den Kronenkorken auf eine Flasche und entfernt ihn wieder vorsichtig und siehe da – der Kronenkorken ist wieder wie neu.

 

 

 

 

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Was so ein richtiger Klempner ist, dem macht keiner etwas vor. Wie wichtig derartige Werkzeuge sind, können Kronenkorken-sammler wohl sehr gut verstehen. Viele Nichtsammler oder einfach gesagt die „normalen Biertrinker“ achten beim Öffnen einer Bierflasche nicht darauf, ob dabei der Kronenkorken beschädigt wird.
Für sie ist es eben nur wichtig, schnell und ohne großen Aufwand an ihr Bier zu kommen. Johannes Haufe stört das inzwischen nicht mehr. Sollte er solche beschädigten Kronenkorken bekommen, die er gern in seiner Sammlung hätte, nimmt er einfach sein „Zauberwerkzeug“ zur Hand und macht aus „alt“ einfach „neu“.

Johannes Haufe ist übrigens mit seinen 84 Jahren unser ältestes Vereinsmitglied und mit soviel Elan und Spaß bei der Sache, dass man vor ihm nur den Hut ziehen kann.

Rolf Kluttig, FBG, 09.11.2005

 

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Eindrücke von der letzten Ebensfelder Brauerei, dem Ebensfelder Brauhaus

Da mich das Frankenland und seine vielen Brauereien immer wieder fasziniert, nutze ich jede sich bietende Gelegenheit, Land, Leute und natürlich Brauereien näher kennen zu lernen. So gelang es mir diesmal mit Hilfe von guten Freunden einen Kontakt zum Ebensfelder Brauhaus aufzubauen und Hans-Karl „Hansi“ Engelhardt, den Braumeister und Chef der Brauerei als guten Freund zu gewinnen. Aber der Reihe nach. Für die Freunde der Brauereikultur ist das Ebensfelder Brauhaus gar nicht leicht zu finden. So war ich ebenfalls der irrigen Meinung, dass der Brauereigasthof „Zum Schwan“
auch mit der Brauerei gleichzusetzen ist. Ganz falsch ist es allerdings nicht, denn die alte Brauerei ist noch immer auf dem Grundstück des „Schwans“.
Etwas versteckt gleich hinter der alten Brauerei ist das jetzige Ebensfelder Brauhaus. Die Familienbrauerei wurde in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts rekonstruiert. Zu diesem Zeitpunkt machte es sich bezahlt, dass das die alte Brauerei noch betriebsfähig war und die Bierherstellung trotz Umbau weitergehen konnte.
Neben dem Pilsner, dem Festbier, dem Fränkisches Landbier, der Schwanen-Weisse und dem Hellen Bock gibt es noch 2 ganz spezielle Biersorten: den Adam Riese Urtrunk und das Bobbie-Bier.
Der Adam Riese Urtrunk wurde erstmalig 1992 zum 500. Geburtstag von Adam Riese, der große Teilewurde. seines Lebens in Staffelstein verbracht hat, gebraut und ist seitdem im Angebot. Das Bobbie-Bier ist eine neue Biersorte, die 2002 anlässlich des 250. Geburtstages des Ebensfelder Brauhauses ins Leben gerufen wurde.
Das Bier gibt es nach wie vor nur in der Euroflasche (Bobbie in der Schraubflasche). Hansi Engelhardt schwört auf diese Flaschen. Um seinen Kunden zu zeigen, dass die Leergutrücknahme kein Problem ist, hat er in seinem kleinen Verkaufsraum eine Sammlung von Euroflaschen anderer Brauereien angelegt. Damit belegt er, dass die Euroflasche zumindest in fränkischen und bayrischen Gefilden bei den kleineren Brauereien noch recht verbreitet ist.
Das Ebensfelder Bier wird es kaum in Großmärkten geben. Neben dem Ausschank in ca. 13 Gastwirtschaften wird neben einem Heimdienst die Masse des Bieres in der Brauerei verkauft.
Neben dem Ausschank des Bieres im verpachteten Gasthaus „Zum Schwan“ wird ein großer Teil des

 

 

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Ebensfelder Bieres in „Engelhardt`s Keller“ ausgeschenkt. Diese Gastwirtschaft, die am Rande
von Ebensfeld in der Nähe der B 173 gelegen ist, wird von Hansi Engelhardt`s Bruder Norbert und dessen Frau Angelika betrieben. In diesem Jahr war es genau 25 Jahre her, dass diese beiden die Gastwirtschaft mit großem Biergarten übernommen hatten. Und zum Jubiläum gab es dann noch etwas Besonderes. Der Juniorchef des Ebensfelder Brauhauses, Florian Engelhardt, hatte ein ganz spezielles Bier kreiert: die „Keller- Liebe“.
Das sehr süffige Bier mit einer Stammwürze von 12,4 % wurde erstmalig am 03.07.2005 in „Engelhardt`s Keller“ ausgeschenkt. Die besondere Überraschung war allerdings der Preis. Die Maß kostete an diesem Tag nur 1,50 Euro! Und das Bier hat geschmeckt. Leider wird es dieses Bier nicht auf der Flasche geben. Schade.
Um die personelle Zukunft der Brauerei braucht sich Hansi Engelhardt keine Sorgen machen, denn seine beiden Söhne sind bereits ins Braugeschäft eingestiegen. Während meines Besuches in der Brauerei zeigte mir der Braumeister
stolz seine moderne, etwas verwinkelte Brauerei, in der ca. 6000 hl Bier im Jahr hergestellt werden. Für den Etiketten- und Deckelsammler sie noch folgender Tipp auf den Weg gegeben: Es gibt Etiketten und einen Deckel und wenn man sich zu benehmen weis und nicht gerade im Hauptgeschäft kommt, erhält man auch dieses Material.
Leider hat Hansi Engelhardt schon unangenehme Erfahrungen mit Sammlern gemacht. Als ihn einmal ein Sammler bei der Abfüllung störte, hat er durch einen nicht bemerkten Schaden Teile seiner Bierproduktion eingebüßt.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei Hansi Engelhardt, seiner Frau und der Familie Schneier aus Unnersdorf für die freundliche Aufnahme im Ebensfelder Brauhaus bedanken.

Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich in Staffelstein und Ebensfeld war. Und auf ein Wiedersehen freue ich mich heute schon.

Rolf Kluttig, FBG, 27.11.2005

 

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In alten Zeitungen geblättert (1)

Stöbert man in alten Zeitungen in Sachen Bier, fällt einem sofort auf, wie häufig Brauereiarbeiter in schwerste Unfälle, oft mit tödlichem Ausgang, verwickelt waren.

So wird unterm 4.1.1900 in der „Radeberger Zeitung und Tageblatt“ aus Klingenthal berichtet, dass der aus Markhausen gebürtige Braubursche Fischer in einen mit kochendem Wasser angefüllten Braubottich des Brauhauses im „Alten Schloß“ fiel. Zwar war er noch in der Lage, sich am Rande des Bottichs festzuhalten und so den Kopf über Wasser zu halten, allein noch in der Nacht erlag er seinen schweren Verbrennungen.
Ähnlich ging es im April 1901 dem 43-jährigen verheirateten Biersieder Lerner in der Strobel’ schen Bierbrauerei in Plauen. Er stürzte kopfüber in den „mit siedendem Bier“ gefüllten Maischbottich. Am ganzen Körper schwer verbrannt, erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Im Juni 1901, an einem Mittwoch in der Frühe, glitt in der Brauerei zu Brauna bei Kamenz beim Reinigen des Maischkessels der 17-jährige Brauerlehrling E. plötzlich aus, wobei er sich durch Berührung mit dem „siedenden Maisch“ mehrfach erhebliche Brandwunden zuzog.
Auf ähnliche Weise verunglückte Ende Oktober 1937 ein Brauer in der Brauerei Reichenbrand, als er vor einem Braubottich zu Sturze kam und mit den Beinen ins heiße Wasser geriet. An den Folgen seiner Verbrennungen verstarb auch er im Krankenhaus.

Häufiger noch waren Bierkutscher Unfällen ausgesetzt. Im Januar 1900, Sonnabendabend in der 9. Stunde, stürzte der Bierkutscher Schulze von der Radeberger Exportbierbrauerei in Großröhrsdorf vom Wagen und war sofort tot.
Im April 1900 wollte ein mit zwei Pferden bespanntes Fuhrwerk der Brauerei von Max Willnow in Mühlberg „die fliegende Fähre“ über die Elbe nutzen. Vor einem vorüberfahrenden Elbkahn scheuten die Pferde, schoben den Wagen rückwärts und verschwanden in der Elbe. Alles war so schnell gegangen, dass weder Pferd noch Wagen gerettet werden konnten. Die toten Pferde samt dem Vorderteil des Wagens fand man nach zweistündiger Suche etwa 300 Meter unterhalb der Unglücksstelle. Die aus vollen und leeren Bierflaschen bestehende Wagenladung mit dem Hinterteil des Wagens fand man nie.
In Einsiedel scheuten im Mai 1900 die vom Bierschröter geleiteten Pferde vor einem Eisenbahnzuge und gingen durch. Der Kutscher Köhler wurde dabei vom Wagen geschleudert und so unglücklich überfahren, dass er „auf der Stelle seinen Geist aufgab“.
Einen Monat später gingen in Werdau die Pferde eines Flaschenbierwagens durch, sausten eine steil abfallende Straße hinab, durchbrachen eine Barriere und stürzten mitsamt dem Wagen in die Pleiße. „Ein Pferd war auf der Stelle tot, das andere war dem Verderben nahe. Wagen und Flaschen zertrümmerten, sodaß dem Besitzer ein bedeutender Schaden erwächst.“ Das Schicksal des Kutschers fand keine Erwähnung.
Ähnlich ging es in Tautendorf bei Leisnig zu. Dort wollte am 28.1.1902 der Geschirrführer eines hiesigen Flaschenbierlieferanten mit einem zweipferdigen Gespann, dessen Wagen mit zwei Fässern und dergleichen beladen war, eine ziemlich steil abfallende Straße hinabfahren. Hierbei „scheint der Kutscher die nötige Vorsicht außer Acht gelassen oder die Bremsvorrichtung versagt zu haben, denn die Pferde gerieten schnell in ein rasendes Tempo, sodaß eins der Pferde so unglücklich zu Fall kam, dass es auf der Stelle getötet werden musste. Der Kutscher, sowie zwei andere Herren, welche auf dem Wagen Platz genommen hatten, wurden durch die Wucht des Anpralls von demselben geschleudert, wobei leider der erstere außer verschiedenen Hautabschürfungen einen Beinbruch erlitt, die beiden anderen kamen glücklicherweise mit dem Schrecken, resp. leichten Verletzungen davon.
Ein Pferdegespann der Kamenzer Brauerei, das Bier in den Steinbruch Wiesa bringen wollte, stürzte einen vier Meter tiefen Hang hinunter, will ein Pferd scheute. Beide Pferde wurden verletzt, der Kutscher kam mit leichten Hautabschürfungen davon.
Von einem schweren Kutschunfall 1903 wird auch von der Brauerei Jentsch in Zittau berichtet.

(Diese Artikelserie wird fortgesetzt)

Gunter Stresow, FBG, 28.11.2005

 

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Geht das Dresdner Stadtjubiläum 2006 an unserem Verein vorbei?

Dresden wird 2006 bereits 800 alt und dieses Jubiläum wird von den Dresdner Bürgern und Vereinen in gebührender Form gefeiert und reflektiert werden. Es ist nun an der Zeit, dass auch unser Verein in entsprechender Weise an diesem Stadt-jubiläum Teil hat. Nicht umsonst habe ich zum Vereinstreffen im Mai 2005 eine Übersicht über die bei mir vorhandenen Materialien zu Dresdner Brauereien erstellt und den Vereinsmitgliedern zur Verfügung gestellt. Bisher ist aber leider noch nicht eine Reaktion darauf erfolgt. Ist das nun der allgemeinen Vereinsmüdigkeit zu schulden oder besteht kein Interesse mehr an den doch teilweise recht anspruchsvollen Projekten einiger Vereinsmitglieder aktiv mitzuarbeiten?
Ich gehe sicher nicht fehl, wenn ich das Potential der Sammlungen einiger Vereinsmitglieder als sehr hoch einschätze. Warum hapert es dann an einer entsprechenden Mitarbeit? Wenn ich in einen Verein eintrete sollten doch meine Interessen denen des Vereins entsprechen. Oder liege ich da falsch? Sicher haben sich die Prioritäten unseres Vereins vom überwiegenden Sammlerverein immer mehr in den Geschichtsverein verschoben. Die Arbeit des Vereins ist anspruchsvoller geworden. Wir sind stolz darauf, dass uns unsere Partner schätzen gelernt haben. Auch mit den bescheidenen finanziellen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, haben wir es bisher fast immer geschafft, unseren Aufgaben gerecht zu werden. Zum Schluss haben wir bisher jedes Problem gemeistert, aber oft auf Kosten weniger aktiver Mitglieder.
Das Dresdner Stadtjubiläum sollte uns nun Ansporn sein, unsere Aktivitäten wieder aufleben zu lassen und diese intensiver auf die ehemaligen Dresdner Brauereien zu konzentrieren. Sicher sind im Bierkenner schon einige dieser Brauereien abgehandelt worden. Es gibt aber noch viele dieser Brauereien, wo wir noch im Dunkel tappen.
Nutzen wir unser Vereinspotential und präsentieren wir uns als heimatverbundener Verein.

Rolf Kluttig, FBG, 16.11.2005

Wussten Sie schon,

…, dass der Besitzer der Olbernhauer Brauerei Günter Tippmann in Olbernhau eine neue Brauerei errichtet. In eine bereits vor fast zwei Jahren auf dem Brauereigelände errichtete Halle soll jetzt moderne Brauereitechnik eingebaut werden.
Die Investitionen inklusive Fördermittel belaufen sich auf zwei Millionen Euro.
Die Brauereitechnik ist bereits bestellt und soll noch bis zum Jahresende geliefert werden. Der Probebetrieb der neuen Olbernhauer Brauerei ist für den Monat März 2006 vorgesehen. Mit der neuen Brauerei möchte der Unternehmer den Bierausstoß von derzeit reichlich 11.000 hl auf 15.000 hl bis 20.000 hl steigern.
Die alte Brauerei soll schrittweise in ein Museum umgebaut werden.

…, dass im Zuge eines Management-Buy-out die Zwickauer Mauritius Brauerei GmbH von den Geschäftsführern Rainer Otto und Werner Weinschenk übernommen wird. Verkaufsdirektor Gert Gabler ist der Dritte im Bunde der Gesellschafter.
Die Zwickauer Brauerei gehört zum Imperium des Brauereiriesen Inbev. Der Geschäftsführer für Finanzen Frank Steffens der Inbev Germany Holding GmbH, Bremen sagte in Zwickau: „Inbev konzentriert sich auf ein Portfolio aus starken nationalen und großen regionalen Marken. Mauritius ist hierfür zu klein, besitzt im Raum Sachsen aber eine stabile Position im lokalen Umfeld.“

 

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1990 wurde die Zwickauer Brauerei von der Stuttgarter Dinkelacker Schwabenbräu AG übernommen. Die Münchener Spaten-Gruppe, zu der Dinkelacker und damit Mauritius inzwischen gehörte, wurde 2004 von dem belgischen Brauereiriesen Interbrew geschluckt. Durch die Fusion der Interbrew mit dem brasilianischen Ambew-Konzern 2004 entstand mit Inbev der größte Braukonzern der Welt. Marken wie Beck’s, Diebels, Löwenbräu, Hasseröder und Staropramen gehören zu Inbev.
Rainer Otto einer der Gesellschafter sagte: „ Wir haben eine solide Basis und wissen, auf was wir uns einlassen. Wir sind alle drei schon lange im Unternehmen und denken, dass wir es auch als kleine Brauerei schaffen können.“ Er will an der Firmenstrategie festhalten Auf Mehrwegmarken konzentriert sich das Unternehmen.
83 Brauereimitarbeiter produzieren jährlich 400.000 hl Bier in den Hauptsorten Pils, Urtyp, Bock dunkel und schwarzes Gold

…, dass der Braumeister Klimmer der GHB im Ball- und Brauhaus „Watzke“ in Dresden ein Porterbier eingebraut hat. Das Porterbier wird als Sonderbier des Monats Dezember 2005 ausgeschenkt. Es ist ein malzbetontes Starkbier mit 16,5 Stammwürze und 6,3 Vol. % Alkohol.
Na dann Prost!

Bernd Hoffmann, FBG, 30.11.2005

 

 

Aktuelle Vereinstermine 1. Halbjahr 2006
Angaben ohne Gewähr, Veränderungen sind möglich

13. Januar 200617 UhrVereinstreffen
10. Februar 200617 Uhr Mitgliederversammlung
(nur für Vereinsmitglieder)
10. März 200617 UhrVereinstreffen
22. April 20068 UhrTauschtreffen des FBG mit der Feldschlößchen AG
20. Dresdner Tauschtreffen für Brauereiwerbemittel/
15. Treffen gemeinsam mit der Feldschlößchen AG
D - 01189 Dresden, Cunnersdorfer Str. 25
Zufahrt über Achtbeeteweg

Tischbestellungen sind bis spätestens 17.04.2006 an unseren
Org.-Leiter Steffen William, Leisniger Str. 39, 01127 Dresden,
Tel./Fax (0351) 8488334 oder (0170) 2043111 bzw. per email
an fa.willy@t-online.de zu richten.
09. Juni 200617 UhrVereinstreffen

Die Vereinstreffen finden (soweit nichts anderes ausgewiesen) im "Schillergarten" (1. Etage), Schillerplatz 9 in 01309 Dresden statt. Er befindet sich in Dresden Blasewitz an der Loschwitzer Brücke (Blaues Wunder).

 

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Aktuelle Termine von Tauschtreffen

28. Januar 2006D- 88427 Bad SchussenriedIBV - Tauschtreffen
11. März 2006D- 08058 Zwickau10. Internationale Tauschbörse im Klubhaus „Sachsenring“ CrimmitschauerStr. 67,
von 9 – 13 Uhr
Veranstalter: 1 Brauereisouvenirclub „Mauritius“ Zwickau
Schirmherrschaft: Mauritius Brauerei Zwickau
18. März 2006D- 59065 HammFvB Tauschtreffen
01. April 2006D- 86368 GersthofenIBV – Tauschtreffen
22. April 2006D- 01189 Dresden20. Dresdner Tauschtreffen des Freundeskreis Brauereigeschichte
Dresden/Ostsachsen e.V. von 8.00 – 13.00 Uhr
Schirmherrschaft: Feldschlösschen AG
Ort: 01189 Dresden, Cunnersdorfer Str. 25

Weitere Informationen sind in der Einladung, im Internet (www.fbg-dresden-ostsachsen.de)
und in der Ankündigung unserer Vereinstermine 1. Halbjahr 2006 ersichtlich.
22. April 2006D- 74889 Sinsheim-SteinfurtFvB – Tauschtreffen
13. Mai 2006D- 96117 Memmelsdorf-MerkendorfIBV - Tauschtreffen
10. Juni 2006D- 64756 MossautalFvB - Tauschtreffen
24. Juni 2006D- 91117 PyrasFvB - Tauschtreffen
22. Juli 2006D- 88427 Bad SchussenriedFvB - Tauschtreffen
05. August 2006D- 95688 FriedenfelsFvB - Tauschtreffen
16. September 2006D- 07422 Bad Blankenburg-WatzdorfIBV - Tauschtreffen

Für Termine und Vollständigkeit wird keine Garantie übernommen, wir sind aber für Termine und Hinweise jeglicher Art dankbar.
Informationen von IBV, FvB und Vereinsmitgliedern.


Zusammengestellt von:
Bernd Hoffmann, 01689 Weinböhla, Friedensstr. 11
Werner Ehben, 01139 Dresden, Schwindstr. 6
Mitglieder des Freundeskreis Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e.V., 01187 Dresden
Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung des Herausgeber

Redaktionsschluss für die Ausgabe II/2006 ist der 01. Februar 2006.

 


III. Rückseite:

Interviews mit Vereinsmitgliedern anlässlich des 1. Brauereifestes

 

 

 

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