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I. Deckblatt:
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Informationsblatt
für Mitglieder und Partner des
Freundeskreises Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V.
Ausgabe I / 2006

Erarbeitet und herausgegeben von Mitgliedern des
Freundeskreises Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V.
Internet: www.fbg-dresden-ostsachsen.de
10. Jahrgang / erscheint vierteljährlich
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II. Inhalt
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Das war es!
Das 1. Brauereifest der Feldschlößchen AG, Dresden!
Heute am 03. September 2005 feiern die Brauer der Feldschlößchen
AG mit ihren Kunden aus Nah und Fern.
Der Vorstand der Feldschlößchen AG, Dresden hatte alle
Freunde des Gerstensaftes, ob Feldschlößchen, Schwarzer
Steiger, Coschützer oder Felsenkeller, zum 1. Brauereifest
auf das Gelände der Brauerei nach Dresden-Coschütz
eingeladen.
Feldschlößchen-Vorstand Axel Hahn meinte zu den Gründen
warum auf einmal nun ein Brauereifest in Coschütz stattfindet;
„…eine Brauerei sollte sich in ihrer Region durchaus
einmal mit einem Fest präsentieren“. „Und diesmal gibt es ja sogar einen echten Anlass durch
das 25-jährige Bestehen des Coschützer Betriebes“.
Über 10.000 Menschen kamen, um der Braukunst und den vielen Veranstaltungen an diesem
Tag zu huldigen. Viel Arbeit war durch
die Mitarbeiter der Brauerei im Vorfeld
notwendig, um auf dem Brauereigelände
ein Fest zu feiern, um der
Brauerei ein Festkleid anzulegen.
Als die ersten Besucher gegen 10.30 Uhr
das Festgelände betraten, waren Alle
froh, in erwartungsvolle Gesichter
blicken zu können. Die Premiere des 1.
Brauereifestes in Dresden-Coschütz
konnte starten.
Das Feldschlößchen-Bier floss reichlich
in die Gläser der Besucher. Aber
auch für den Magen war reichlich
gesorgt.
Das Festprogramm was die Veranstalter
gestrickt hatten kam bei den Leuten gut an, enthielt es doch für jeden einen Leckerbissen.
Für den Abend hatten sich die Organisatoren noch drei besondere Höhepunkte ausgeguckt.
Zum einen der Auftritt der Rock-Band „City“, ein brillantes Höhenfeuerwerk und zu vorgerückter
Stunde der Auftritt der englischen Band „Right Said Fred“. Sie sollten sich alle drei zu einem
brillanten Feuerwerk vereinen.
Die Blue Wonder Jazz Band eröffnete den Veranstaltungsreigen. In ihren Auftritt eingebunden
fand auch die Eröffnung des Brauereifestes statt. Vorstand für Produktion Heinz-Joachim Marre
hatte dazu einen zünftigen Fassbier-
Anstich vorbereitet.
Axel Hahn Feldschlößchen-Vorstand für
Marketing und Vertrieb begrüßte alle Festgäste
zum 1. Brauereifest der Feldschlößchen
AG, Dresden auf das Herzlichste.
Moderiert wurde das ganze Geschehen
von keiner anderen, als Anja Petzold, bis
1998 Pressesprecherin der Brauerei,
heute TV-Moderatorin. Sie suchte sich
den ganzen Tag über Gesprächspartner
(siehe auch Rückseite), die mit ihr über
die Brauerei, über das Brauen von Bier,
das Sammeln von historischen Brauereiunterlagen
u.a. sprachen.
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Wie heute Bier gebraut wird, erfuhren die Besucher bei einem Rundgang durch die Brauerei.
Die Türen standen für die Gäste in allen Abteilungen der Brauerei offen. Ob im Sudhaus, in der
Gärung und Lagerung des Bieres sowie im Flaschenkeller, überall erklärten erfahrene Mitarbeiter
der Brauerei die einzelnen Vorgänge bei
der Bierherstellung. Die Besucher schauten und
staunten, z. B. mit welcher Geschwindigkeit die
Arbeitsabläufe im Flaschenkeller ablaufen.
50.000 Bierflaschen pro Stunde werden mit einer
Anlage abgefüllt. Ein Novum, in 25 Jahren Brauerei
in Coschütz war, man konnte ungehindert in
den einzelnen Abteilungen fotografieren.
In das Geschehen auf dem Gelände der Brauerei
war auch der Freundeskreis Brauereigeschichte
Dresden/Ostsachsen e. V. fest mit
eingebunden. Die Brauerei ist Hauptsponsor für
die Arbeit im Freundeskreis. Historisches Brauereimaterial
wurde zur Gestaltung von Vitrinen
auf dem Besucherrundgang bereitgestellt. In
einer Ausstellung zeigten die Mitglieder die
Geschichte des Entstehens der Feldschlößchen
AG, Dresden auf. Aus den Wurzeln der Brauerei
zum Felsenkeller bei Dresden-Plauen und der
Brauerei zum Feldschlößchen Dresden, über die
Stationen VEB Dresdner Brauereien mit Brauerei
in Dresden-Coschütz, entstand die Sächsische Brau-Union AG und 1995 aus ihr die Feldschlößchen
AG, Dresden. Historische Brauereiaufnahmen, Aktien, Bieretiketten, Bierdeckel, Biergläser
und anderes Schriftgut dokumentierten die einzelnen Etappen der Brauereientwicklung.
Vereinsmitglieder zeigten auch Ausschnitte aus ihren Sammlungen. Da waren die unterschiedlichsten
Biergläser mit Brauereidekor zu sehen. Historische Bierdeckel Dresdner Brauereien,
aber auch Bieretiketten aus Sachsen
und als besonderer Höhepunkt auch
Bieretiketten aus den USA konnte man
betrachten. Ein Vereinsmitglied zeigte
auch Kronkorken aus seiner Sammlung,
aber auch wie man verbogene, wieder
zu voller Schönheit erstrahlen lässt.
Gezeigt wurden auch Geschichtsaufarbeitungen
von sächsischen Brauereien.
In vielen, an den Ausstellungstischen,
mit den Besuchern geführten Gesprächen,
wurde ihnen der Sinn unseres
Sammelns erläutert. Ihnen wurde aufgezeigt,
wie wichtig es ist, altes zu
bewahren und den anderen Menschen
näher zu bringen. Leider hatte der Freundeskreis nach Ausstellungsschluss, durch Diebstahl,
den Verlust von einigen Dokumenten aus der Ausstellung zu beklagen. Die Ausstellung und die
einzelnen Exponate der verschiedenen Vereinsmitglieder haben zu einem guten und gelungenem
Auftreten des Freundeskreises Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V. im Rahmen des
1. Brauereifestes der Feldschlößchen AG, Dresden beigetragen.
Die ersten Worte von Sponsoring- und Eventmanager Dieter Gondosch zur Bilanz des ersten
Brauereifestes waren: „Es war ein Knaller“.
Glauben wir den Worten von Axel Hahn, die er zum Abschluss des 1. Brauereifestes wie folgt
formulierte: „Das Feldschlößchen Brauereifest soll Tradition bekommen“.
Bernd Hoffmann, FBG, 23.10.2005
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Vereinsmitglieder kurz vorgestellt
Johannes Haufe – unser Kronenkorkenspezialist
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Der Kronenkorken ist die ärgerlichste Erfindung in der Biergeschichte mit
dem Ziel, den Biertrinker von seinen köstlichen Getränk zu trennen.
Ein Eingriff auf den Durst und eine Kriegserklärung an die (Mehrzahl der)
Frauen. Denn wer hat schon die genialen Methoden gelernt, dieses stachlige
Monstrum in der Not mit einem Zollstock, einem Feuerzeug, mit den
Zähnen, an der Türfalle oder gar einer zweiten verschlossenem Bierflasche zu
öffnen. Ohne griffbereiten Öffner zieht man sich aber leicht schwere
Verletzungen an den Fingern zu, die Geduld oder verdurstet unversehens.
Quelle: Fröhliches Wörterbuch Bier Trinken, Tomus Verlag GmbH, München 1994 |
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Das Sammeln von Kronenkorken ist eine
interessante und auch unterhaltsame Sache,
wenn man es wie Johannes Haufe mit Akribie
betreibt.
Für ihn sind nicht nur die vielen
schönen Motive von Interesse, sondern auch
die kleinen Details, die ein Außenstehender
nicht beachtet. Über einige dieser Details wie
z.B. die Herstellersignets hat er gemeinsam mit
Karlheinz Mann bereits 3 Ausgaben eines
Lexikons herausgegeben.
Seine besondere Spezialität, für die man ihn
auch „Kronenkorkendoktor“
nennen
könnte, ist
die nahezu perfekte
Reparatur
von zerknickten
oder zerbeulten
Kronenkorken.
Dafür hat er sich
eigens Werkzeug
anfertigen lassen
und sich einen Flaschenverschlussapparat
organisiert.
Voller Stolz und mit einem schnippischen
Lächeln führt er seine „goldenen Werkzeuge“
zur Verblüffung der Zuschauer vor. Und so funktioniert`s:
Man nehme einen deformierten
Kronenkorken,
hämmert hier ein wenig,
biegt da ein bisschen,
nimmt den Verschlussapparat
und drückt den
Kronenkorken auf eine
Flasche und entfernt ihn
wieder vorsichtig und
siehe da – der Kronenkorken
ist wieder wie neu.
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Was so ein richtiger
Klempner
ist, dem macht
keiner etwas vor.
Wie wichtig derartige
Werkzeuge
sind, können
Kronenkorken-sammler
wohl
sehr gut verstehen. Viele Nichtsammler
oder
einfach gesagt
die „normalen Biertrinker“ achten beim Öffnen
einer Bierflasche
nicht darauf, ob
dabei der Kronenkorken
beschädigt
wird.
Für sie ist es eben nur wichtig, schnell und ohne großen Aufwand an ihr Bier zu kommen.
Johannes Haufe stört das inzwischen nicht mehr. Sollte er solche beschädigten Kronenkorken
bekommen, die er gern in seiner Sammlung hätte, nimmt er einfach sein „Zauberwerkzeug“
zur Hand und macht aus „alt“ einfach „neu“.
Johannes Haufe ist übrigens mit seinen 84 Jahren unser ältestes Vereinsmitglied und mit soviel
Elan und Spaß bei der Sache, dass man vor ihm nur den Hut ziehen kann.
Rolf Kluttig, FBG, 09.11.2005
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Eindrücke von der letzten Ebensfelder Brauerei, dem Ebensfelder Brauhaus
Da mich das Frankenland und seine
vielen Brauereien immer wieder
fasziniert, nutze ich jede sich bietende
Gelegenheit, Land, Leute und
natürlich Brauereien näher kennen
zu lernen. So gelang es mir diesmal
mit Hilfe von guten Freunden einen
Kontakt zum Ebensfelder Brauhaus
aufzubauen und Hans-Karl „Hansi“
Engelhardt, den Braumeister und
Chef der Brauerei als guten Freund
zu gewinnen. Aber der Reihe nach.
Für die Freunde der Brauereikultur
ist das Ebensfelder Brauhaus gar
nicht leicht zu finden. So war ich
ebenfalls der irrigen Meinung, dass
der Brauereigasthof „Zum Schwan“
auch mit der Brauerei gleichzusetzen ist.
Ganz falsch ist es allerdings nicht, denn die alte
Brauerei ist noch immer auf dem Grundstück
des „Schwans“.
Etwas versteckt gleich hinter der alten Brauerei
ist das jetzige Ebensfelder Brauhaus. Die
Familienbrauerei wurde in den 90er Jahren
des vergangenen Jahrhunderts rekonstruiert.
Zu diesem Zeitpunkt machte es sich bezahlt,
dass das die alte Brauerei noch betriebsfähig
war und die Bierherstellung trotz Umbau weitergehen
konnte.
Neben dem Pilsner, dem Festbier, dem Fränkisches
Landbier, der Schwanen-Weisse und
dem Hellen Bock gibt es noch 2 ganz spezielle
Biersorten: den Adam Riese Urtrunk und das Bobbie-Bier.
Der Adam Riese Urtrunk wurde
erstmalig 1992 zum
500. Geburtstag von Adam Riese, der große Teilewurde.
seines Lebens in Staffelstein verbracht hat, gebraut
und ist seitdem im Angebot. Das Bobbie-Bier ist eine
neue Biersorte, die 2002 anlässlich des 250. Geburtstages
des Ebensfelder Brauhauses ins Leben gerufen wurde.
Das Bier gibt es nach wie vor nur in der Euroflasche
(Bobbie in der Schraubflasche). Hansi Engelhardt
schwört auf diese Flaschen. Um seinen Kunden zu
zeigen, dass die Leergutrücknahme kein Problem ist,
hat er in seinem kleinen Verkaufsraum eine Sammlung
von Euroflaschen anderer Brauereien angelegt.
Damit belegt er, dass die Euroflasche zumindest in
fränkischen und bayrischen Gefilden bei den kleineren
Brauereien noch recht verbreitet ist.
Das Ebensfelder Bier wird es kaum in Großmärkten
geben. Neben dem Ausschank in ca. 13 Gastwirtschaften
wird neben einem Heimdienst die Masse
des Bieres in der Brauerei verkauft.
Neben dem Ausschank des Bieres im verpachteten
Gasthaus „Zum Schwan“ wird ein großer Teil des
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Ebensfelder Bieres in „Engelhardt`s Keller“ ausgeschenkt. Diese Gastwirtschaft, die am Rande
von Ebensfeld in der Nähe der B 173 gelegen ist, wird von Hansi Engelhardt`s Bruder Norbert
und dessen Frau Angelika betrieben.
In diesem Jahr war es genau 25
Jahre her, dass diese beiden die
Gastwirtschaft mit großem Biergarten
übernommen hatten. Und
zum Jubiläum gab es dann noch
etwas Besonderes.
Der Juniorchef
des Ebensfelder Brauhauses,
Florian Engelhardt, hatte ein ganz
spezielles Bier kreiert: die „Keller-
Liebe“. Das sehr süffige Bier mit
einer Stammwürze von 12,4 % wurde erstmalig am 03.07.2005
in „Engelhardt`s Keller“ ausgeschenkt. Die besondere Überraschung
war allerdings der Preis. Die Maß kostete an diesem
Tag nur 1,50 Euro! Und das Bier hat geschmeckt. Leider wird
es dieses Bier nicht auf der Flasche geben. Schade.
Um die personelle Zukunft der Brauerei braucht sich Hansi
Engelhardt keine Sorgen machen, denn seine beiden Söhne sind
bereits ins
Braugeschäft
eingestiegen.
Während meines
Besuches
in der Brauerei
zeigte mir der
Braumeister
stolz seine moderne,
etwas
verwinkelte
Brauerei, in der
ca. 6000 hl
Bier im Jahr
hergestellt
werden.
Für den Etiketten- und Deckelsammler sie noch folgender Tipp auf den Weg gegeben: Es gibt
Etiketten und einen Deckel und wenn man sich zu benehmen weis und nicht gerade im Hauptgeschäft
kommt, erhält man auch dieses Material.
Leider hat Hansi Engelhardt schon unangenehme
Erfahrungen mit Sammlern gemacht. Als ihn einmal ein Sammler bei der Abfüllung störte,
hat er durch einen nicht bemerkten Schaden Teile seiner Bierproduktion eingebüßt.
Ich möchte mich an dieser Stelle
bei Hansi Engelhardt, seiner Frau
und der Familie Schneier aus
Unnersdorf für die freundliche
Aufnahme im Ebensfelder Brauhaus
bedanken.
Es wird sicher nicht das letzte
Mal gewesen sein, dass ich in
Staffelstein und Ebensfeld war.
Und auf ein Wiedersehen freue
ich mich heute schon.
Rolf Kluttig, FBG, 27.11.2005
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In alten Zeitungen geblättert (1)
Stöbert man in alten Zeitungen in Sachen Bier, fällt einem sofort auf, wie häufig Brauereiarbeiter
in schwerste Unfälle, oft mit tödlichem Ausgang, verwickelt waren.
So wird unterm 4.1.1900 in der „Radeberger Zeitung und Tageblatt“ aus Klingenthal berichtet,
dass der aus Markhausen gebürtige Braubursche Fischer in einen mit kochendem Wasser
angefüllten Braubottich des Brauhauses im „Alten Schloß“ fiel. Zwar war er noch in der Lage,
sich am Rande des Bottichs festzuhalten und so den Kopf über Wasser zu halten, allein noch
in der Nacht erlag er seinen schweren Verbrennungen.
Ähnlich ging es im April 1901 dem 43-jährigen verheirateten Biersieder Lerner in der Strobel’
schen Bierbrauerei in Plauen. Er stürzte kopfüber in den „mit siedendem Bier“ gefüllten Maischbottich.
Am ganzen Körper schwer verbrannt, erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Im Juni 1901, an einem Mittwoch in der Frühe, glitt in der Brauerei zu Brauna bei Kamenz beim
Reinigen des Maischkessels der 17-jährige Brauerlehrling E. plötzlich aus, wobei er sich durch
Berührung mit dem „siedenden Maisch“ mehrfach erhebliche Brandwunden zuzog.
Auf ähnliche Weise verunglückte Ende Oktober 1937 ein Brauer in der Brauerei Reichenbrand,
als er vor einem Braubottich zu Sturze kam und mit den Beinen ins heiße Wasser geriet. An
den Folgen seiner Verbrennungen verstarb auch er im Krankenhaus.
Häufiger noch waren Bierkutscher Unfällen ausgesetzt. Im Januar 1900, Sonnabendabend in
der 9. Stunde, stürzte der Bierkutscher Schulze von der Radeberger Exportbierbrauerei in
Großröhrsdorf vom Wagen und war sofort tot.
Im April 1900 wollte ein mit zwei Pferden bespanntes Fuhrwerk der Brauerei von Max Willnow
in Mühlberg „die fliegende Fähre“ über die Elbe nutzen. Vor einem vorüberfahrenden Elbkahn
scheuten die Pferde, schoben den Wagen rückwärts und verschwanden in der Elbe. Alles war
so schnell gegangen, dass weder Pferd noch Wagen gerettet werden konnten. Die toten Pferde
samt dem Vorderteil des Wagens fand man nach zweistündiger Suche etwa 300 Meter unterhalb
der Unglücksstelle. Die aus vollen und leeren Bierflaschen bestehende Wagenladung mit
dem Hinterteil des Wagens fand man nie.
In Einsiedel scheuten im Mai 1900 die vom Bierschröter geleiteten Pferde vor einem Eisenbahnzuge
und gingen durch. Der Kutscher Köhler wurde dabei vom Wagen geschleudert und
so unglücklich überfahren, dass er „auf der Stelle seinen Geist aufgab“.
Einen Monat später gingen in Werdau die Pferde eines Flaschenbierwagens durch, sausten
eine steil abfallende Straße hinab, durchbrachen eine Barriere und stürzten mitsamt dem
Wagen in die Pleiße. „Ein Pferd war auf der Stelle tot, das andere war dem Verderben nahe.
Wagen und Flaschen zertrümmerten, sodaß dem Besitzer ein bedeutender Schaden erwächst.“
Das Schicksal des Kutschers fand keine Erwähnung.
Ähnlich ging es in Tautendorf bei Leisnig zu. Dort wollte am 28.1.1902 der Geschirrführer eines
hiesigen Flaschenbierlieferanten mit einem zweipferdigen Gespann, dessen Wagen mit zwei
Fässern und dergleichen beladen war, eine ziemlich steil abfallende Straße hinabfahren.
Hierbei „scheint der Kutscher die nötige Vorsicht außer Acht gelassen oder die Bremsvorrichtung
versagt zu haben, denn die Pferde gerieten schnell in ein rasendes Tempo, sodaß eins
der Pferde so unglücklich zu Fall kam, dass es auf der Stelle getötet werden musste. Der
Kutscher, sowie zwei andere Herren, welche auf dem Wagen Platz genommen hatten, wurden
durch die Wucht des Anpralls von demselben geschleudert, wobei leider der erstere außer
verschiedenen Hautabschürfungen einen Beinbruch erlitt, die beiden anderen kamen glücklicherweise
mit dem Schrecken, resp. leichten Verletzungen davon.
Ein Pferdegespann der Kamenzer Brauerei, das Bier in den Steinbruch Wiesa bringen wollte,
stürzte einen vier Meter tiefen Hang hinunter, will ein Pferd scheute. Beide Pferde wurden
verletzt, der Kutscher kam mit leichten Hautabschürfungen davon.
Von einem schweren Kutschunfall 1903 wird auch von der Brauerei Jentsch in Zittau berichtet.
(Diese Artikelserie wird fortgesetzt)
Gunter Stresow, FBG, 28.11.2005
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Geht das Dresdner Stadtjubiläum 2006 an unserem Verein vorbei?
Dresden wird 2006 bereits 800 alt und dieses
Jubiläum wird von den Dresdner Bürgern und
Vereinen in gebührender Form gefeiert und
reflektiert werden. Es ist nun an der Zeit, dass
auch unser Verein in entsprechender Weise an
diesem Stadt-jubiläum Teil hat. Nicht umsonst
habe ich zum Vereinstreffen im Mai 2005 eine
Übersicht über die bei mir vorhandenen Materialien
zu Dresdner Brauereien erstellt und den
Vereinsmitgliedern zur Verfügung gestellt.
Bisher ist aber leider noch nicht eine Reaktion
darauf erfolgt. Ist das nun der allgemeinen
Vereinsmüdigkeit zu schulden oder besteht kein
Interesse mehr an den doch teilweise recht
anspruchsvollen Projekten einiger Vereinsmitglieder
aktiv mitzuarbeiten?
Ich gehe sicher nicht fehl, wenn ich das Potential
der Sammlungen einiger Vereinsmitglieder
als sehr hoch einschätze. Warum hapert es
dann an einer entsprechenden Mitarbeit? Wenn ich in einen Verein eintrete sollten
doch meine Interessen denen des Vereins entsprechen. Oder liege ich da falsch?
Sicher haben sich die Prioritäten unseres Vereins vom überwiegenden Sammlerverein
immer mehr in den Geschichtsverein verschoben. Die Arbeit des Vereins ist
anspruchsvoller geworden. Wir sind stolz darauf, dass uns unsere Partner schätzen
gelernt haben. Auch mit den bescheidenen finanziellen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen,
haben wir es bisher fast immer geschafft, unseren Aufgaben gerecht zu werden. Zum Schluss
haben wir bisher jedes Problem gemeistert, aber oft auf Kosten weniger aktiver Mitglieder.
Das Dresdner Stadtjubiläum sollte uns nun Ansporn sein, unsere Aktivitäten wieder aufleben zu
lassen und diese intensiver auf die ehemaligen Dresdner Brauereien zu konzentrieren. Sicher
sind im Bierkenner schon einige dieser Brauereien abgehandelt worden. Es gibt aber noch viele
dieser Brauereien, wo wir noch im Dunkel tappen.
Nutzen wir unser Vereinspotential und präsentieren wir uns als heimatverbundener Verein.
Rolf Kluttig, FBG, 16.11.2005
Wussten Sie schon,
…, dass der Besitzer der Olbernhauer Brauerei Günter Tippmann in Olbernhau eine neue
Brauerei errichtet. In eine bereits vor fast zwei Jahren auf dem Brauereigelände errichtete
Halle soll jetzt moderne Brauereitechnik eingebaut werden.
Die Investitionen inklusive Fördermittel belaufen sich auf zwei Millionen Euro.
Die Brauereitechnik ist bereits bestellt und soll noch bis zum Jahresende geliefert werden.
Der Probebetrieb der neuen Olbernhauer Brauerei ist für den Monat März 2006 vorgesehen.
Mit der neuen Brauerei möchte der Unternehmer den Bierausstoß von derzeit reichlich
11.000 hl auf 15.000 hl bis 20.000 hl steigern.
Die alte Brauerei soll schrittweise in ein Museum umgebaut werden.
…, dass im Zuge eines Management-Buy-out die Zwickauer Mauritius Brauerei GmbH von den
Geschäftsführern Rainer Otto und Werner Weinschenk übernommen wird. Verkaufsdirektor
Gert Gabler ist der Dritte im Bunde der Gesellschafter.
Die Zwickauer Brauerei gehört zum Imperium des Brauereiriesen Inbev.
Der Geschäftsführer für Finanzen Frank Steffens der Inbev Germany Holding GmbH,
Bremen sagte in Zwickau: „Inbev konzentriert sich auf ein Portfolio aus starken nationalen
und großen regionalen Marken. Mauritius ist hierfür zu klein, besitzt im Raum Sachsen aber eine stabile Position im lokalen Umfeld.“
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1990 wurde die Zwickauer Brauerei von der Stuttgarter Dinkelacker Schwabenbräu AG
übernommen. Die Münchener Spaten-Gruppe, zu der Dinkelacker und damit Mauritius inzwischen
gehörte, wurde 2004 von dem belgischen Brauereiriesen Interbrew geschluckt.
Durch die Fusion der Interbrew mit dem brasilianischen Ambew-Konzern 2004 entstand
mit Inbev der größte Braukonzern der Welt. Marken wie Beck’s, Diebels, Löwenbräu, Hasseröder
und Staropramen gehören zu Inbev.
Rainer Otto einer der Gesellschafter sagte: „ Wir haben eine solide Basis und wissen, auf
was wir uns einlassen. Wir sind alle drei schon lange im Unternehmen und denken, dass
wir es auch als kleine Brauerei schaffen können.“ Er will an der Firmenstrategie festhalten
Auf Mehrwegmarken konzentriert sich das Unternehmen.
83 Brauereimitarbeiter produzieren jährlich 400.000 hl Bier in den Hauptsorten Pils, Urtyp,
Bock dunkel und schwarzes Gold  |
…, dass der Braumeister Klimmer
der GHB im Ball- und
Brauhaus „Watzke“ in
Dresden ein Porterbier
eingebraut hat.
Das Porterbier wird als
Sonderbier des Monats
Dezember 2005 ausgeschenkt.
Es ist ein malzbetontes
Starkbier mit 16,5 Stammwürze
und 6,3 Vol. %
Alkohol.
Na dann Prost!
Bernd Hoffmann, FBG, 30.11.2005
Aktuelle Vereinstermine 1. Halbjahr 2006
Angaben ohne Gewähr, Veränderungen sind möglich
| 13. Januar 2006 | 17 Uhr | Vereinstreffen |
| 10. Februar 2006 | 17 Uhr | Mitgliederversammlung (nur für Vereinsmitglieder) |
| 10. März 2006 | 17 Uhr | Vereinstreffen |
| 22. April 2006 | 8 Uhr | Tauschtreffen des FBG mit der Feldschlößchen AG
20. Dresdner Tauschtreffen für Brauereiwerbemittel/
15. Treffen gemeinsam mit der Feldschlößchen AG
D - 01189 Dresden, Cunnersdorfer Str. 25
Zufahrt über Achtbeeteweg
Tischbestellungen sind bis spätestens 17.04.2006 an unseren
Org.-Leiter Steffen William, Leisniger Str. 39, 01127 Dresden,
Tel./Fax (0351) 8488334 oder (0170) 2043111 bzw. per email
an fa.willy@t-online.de zu richten. |
| 09. Juni 2006 | 17 Uhr | Vereinstreffen |
Die Vereinstreffen finden (soweit nichts anderes ausgewiesen) im "Schillergarten" (1. Etage),
Schillerplatz 9 in 01309 Dresden statt. Er befindet sich in Dresden Blasewitz an der Loschwitzer
Brücke (Blaues Wunder).
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Aktuelle Termine von Tauschtreffen
| 28. Januar 2006 | D- 88427 Bad Schussenried | IBV - Tauschtreffen |
| 11. März 2006 | D- 08058 Zwickau | 10. Internationale Tauschbörse im Klubhaus „Sachsenring“ CrimmitschauerStr. 67,
von 9 – 13 Uhr
Veranstalter: 1 Brauereisouvenirclub „Mauritius“ Zwickau
Schirmherrschaft: Mauritius Brauerei Zwickau |
| 18. März 2006 | D- 59065 Hamm | FvB Tauschtreffen |
| 01. April 2006 | D- 86368 Gersthofen | IBV – Tauschtreffen |
| 22. April 2006 | D- 01189 Dresden | 20. Dresdner Tauschtreffen des Freundeskreis Brauereigeschichte
Dresden/Ostsachsen e.V. von 8.00 – 13.00 Uhr
Schirmherrschaft: Feldschlösschen AG
Ort: 01189 Dresden, Cunnersdorfer Str. 25
Weitere Informationen sind in der Einladung, im Internet (www.fbg-dresden-ostsachsen.de)
und in der Ankündigung unserer Vereinstermine 1. Halbjahr 2006 ersichtlich. |
| 22. April 2006 | D- 74889 Sinsheim-Steinfurt | FvB – Tauschtreffen |
| 13. Mai 2006 | D- 96117 Memmelsdorf-Merkendorf | IBV - Tauschtreffen |
| 10. Juni 2006 | D- 64756 Mossautal | FvB - Tauschtreffen |
| 24. Juni 2006 | D- 91117 Pyras | FvB - Tauschtreffen |
| 22. Juli 2006 | D- 88427 Bad Schussenried | FvB - Tauschtreffen |
| 05. August 2006 | D- 95688 Friedenfels | FvB - Tauschtreffen |
| 16. September 2006 | D- 07422 Bad Blankenburg-Watzdorf | IBV - Tauschtreffen |
Für Termine und Vollständigkeit wird keine Garantie übernommen, wir sind aber für Termine und Hinweise jeglicher Art dankbar.
Informationen von IBV, FvB und Vereinsmitgliedern.
Zusammengestellt von: Bernd Hoffmann, 01689 Weinböhla, Friedensstr. 11
Werner Ehben, 01139 Dresden, Schwindstr. 6
Mitglieder des Freundeskreis Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e.V., 01187 Dresden
Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung des Herausgeber
Redaktionsschluss für die Ausgabe II/2006 ist der 01. Februar 2006.
III. Rückseite:
Interviews mit Vereinsmitgliedern anlässlich des 1. Brauereifestes
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