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Das Informationsblatt - Ausgabe IV/2004

I. Deckblatt: Bieranstich anlässlich des Vereinstreffens des FBG in Lieske

Informationsblatt

für Mitglieder und Partner des
Freundeskreises Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V.

Ausgabe IV / 2004

Erarbeitet und herausgegeben von Mitgliedern des
Freundeskreises Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e. V.
Internet: www.fbg-dresden-ostsachsen.de

8. Jahrgang / erscheint vierteljährlich


II. Inhalt

Besuch des Missionshofes in Lieske

Am 26. Juni 2004 reisten die Mitglieder mit Angehörigen des FBG zu einer Exkursion in den Missionshof nach Lieske. Mit dem Bus von Dresden ging es erst einmal nach Radeberg. Eine kleine Stadtrundfahrt durch die Bierstadt um die letzten beiden Exkursionsteilnehmer mitnehmen zu können. Weiter ging die Reise durch Kamenz bis nach Oßling in den OT Lieske. Im Missionshof begrüßte uns der Braumeister des Hofes Eckhard Göbel. Unser Besuch galt aber diesmal weniger der zum Hof gehörenden Brauerei, vielmehr den anderen Einrichtungen des Missionshofes.
Das Diakonische Werk Kamenz ist Träger des Missionshofes in Lieske. 70 geistig behinderte Menschen haben hier auf dem Hof ein Zuhause gefunden. Der Hof wurde in den letzten Jahren denkmalschutzgerecht restauriert. Zu dem idyllisch gelegenen Hof gehören 400 Hektar Grundbesitz mit Feldern, Wäldern und Teichen, die bearbeitet werden müssen.
Der Braumeister konnte es sich nicht verkneifen, uns mit einem zünftigen Fassbieranstich zu überraschen. Lederschürze, Fäustel und Zapfhahn waren schnell an den Vorsitzenden des FBG Rolf Kluttig übergeben und der Anstich des Fasses vollzog sich. Keiner wurde bespritzt, das Bier konnte in die Gläser fließen und der Willkommensschluck rann durch die Kehle.
Zur Brauerei ist nur noch soviel auszuführen, es ist die einzige unter dem Dach des Diakonischen Werkes. Im Vorfeld der Wiedererrichtung der Brauerei waren viel Gespräche notwendig, denn in der Diakonie wird ja Suchtberatung durchgeführt. 1998 wurde der Bierhahn in der Brauerei wieder aufgedreht.
Bei einem Rundgang durch die Anlagen des Hofes wollten wir auch diese kennenlernen. Ein Bereich ist die Forstwirtschaft mit Sägewerk und anschließender Tischlerei, zum anderen die Tierhaltung mit Bullenaufzucht und Schweinehaltung bis zur Fleischverarbeitung und zum Verkauf auf dem Hof.
Aber auch Landwirtschaft und die Teichwirtschaft sind noch zu nennen. In all diesen Bereichen finden die behinderten Männer ihre Arbeit.
Ein kleiner Zoo mit Berber-Affen, Lamas und Kängurus laden auch zum Verweilen und Beo-bachten ein. Betreut werden die Tiere vom Zoo in Hoyerswerda.
Nach diesem Rundgang durch Stall und Natur wollten nun Fleischer und Küche ihre Stärken zeigen.br> Gebackene Schweineschulter mit Sauerkraut hatte man für uns gezaubert. Mit einem großen Messer und Gabel bewaffnet, konnte sich nun jeder sein Fleisch von der Schulter schneiden, schöne knusprige Schwarte aber auch sehr zartes feines Fleisch mit Sauerkraut und frischem Bauernbrot fanden auf den Tellern Platz. Liesker Pilsner und Dunkel rundeten das ausgezeichnete Mahl ab.
Viel neues haben wir über die Arbeit und die Aufgaben des Missionshofes erfahren, auch kleine Gespräche mit den geistig behinderten Bewohnern vertieften unsere gewonnenen Eindrücke. Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende. Der Bus brachte uns wieder sicher nach Dresden.
Dank Allen, die diese Exkursion ermöglichten.

Aufgeschrieben von Bernd Hoffmann, FBG, 13.08.04

Die Schlossbrauerei Nickern - Wer kann weiterhelfen?

Unlängst erreichte uns ein Hilfeersuchen einer kleinen Gruppe gestandener Herren, die sich sehr intensiv mit der Ortsgeschichte von Nickern (jetzt Dresdner Stadtteil) beschäftigen und bei ihren Nachforschungen auf eine ehemalige Brauerei im Schloss Nickern gestoßen sind.
Im Laufe von langwierigen Recherchen wurde von ihnen eine Reihe von Fakten aus alten Belegen herausgekramt, die z.T. Angaben zu den Betreibern und zum Werdegang der Brauerei enthalten. Außerdem wurden bei Ausgrabungsarbeiten im Schloss Nickern alte Flaschen und Porzellanverschlüsse als Beleg für die Brauerei gefunden. Bei diesen Ausgrabungsarbeiten wurden die Reste der baulichen Hülle der am 14. Februar 1945 total zerstörten Brauerei gefunden, die aus Sicherheitsgründen versiegelt wurden. Heute kann man sich bei einem Blick auf den Schlosshof sehr schlecht vorstellen,
wie die Brauerei einmal ausgesehen hat, aber mit den Hinweisen von Ortskundigen und mit der Hilfe vorhandener Pläne lassen sich heute noch einige Hinweise auf die Brauerei entdecken. Wer zu dieser Problematik helfen kann und helfen will setzt sich bitte mit unserem Verein in Verbindung oder wendet sich direkt an:

Herrn
Richard Funke,
Alnpeckstraße 11,
01239 Dresden (Tel. 0351-2815461).

Wir und die Herren um Herrn Funke sind für jeden Hinweis dankbar, der Licht in die Geschichte der Schlossbrauerei Nickern bringt. Auf unserer Homepage unter:

www.fbg-dresden-ostsachsen.de

werden unter der Rubrik "Brauereigeschichte - Wer kann helfen" die bisherigen Ergebnisse der Nickerner Heimatforscher im bekannten Umfang veröffentlicht.

Aufgeschrieben von Rolf Kluttig, FBG, 31.07.04

Die Brauereien und Gasthäuser von Tharandt - Wer kann weiterhelfen

Harald Weber aus Freital beschäftigt sich seit längerer Zeit mit der Geschichte des Brauwesens und des Gastgewerbes der Stadt Tharandt. Dazu hat er schon jede Menge Material zusammengefasst, in Archiven gestöbert und Leute befragt. Ihm fehlen aber speziell noch Belege zu den ehemaligen Brauereien;
- Kommunbrauhaus bis 1847
- Kadensche Brauerei/ Bayerisches Brauhaus bis 1901 und
- Uhlmannsche Brauerei bis 1912.

Wer zu diesen Brauereien Belege unterschiedlicher Art wie z.B. Schriftstücke, Flaschen, Porzellanverschlüsse oder Fotos hat oder weiss, wo solche Materialien vorhanden sind, wendet sich bitte an unseren Verein oder direkt an:

Harald Weber,
Wartburgstraße 31,
01705 Freital
Tel. 0351-490 58 63
Email: industrievermessung@t-online.de.

Wir sind für jeden Hinweis dankbar, der die Geschichte der Tharandter Brauereien weiter beleuchtet. Auf unserer Homepage unter:

www.fbg-dresden-ostsachsen.de

ist unter der Rubrik "Brauereigeschichte - Wer kann helfen" der volle Wortlaut der Anfrage von Harald Weber veröffentlicht.

Zusammengestellt von Rolf Kluttig, FBG, 31.07.04

Die zum Zeitpunkt bekannten Brauereifeste 2004 und andere Veranstaltungen

- Sternquell-Brauerei GmbH
28. - 29. August 2004, Sternquell Brauereifest im Logistikzentrum Neuensalz

- Brauerei Rechenberg, Traditionelle Privatbrauerei Meyer OHG
10. - 12. September 2004, Brauereifest

- Mauritius Brauerei GmbH, Zwickau
24. - 25. September 2004, Mauritius Brauereifest

- Stadtbrauerei Wittichenau E. Glaab GmbH
24. - 26. September 2004, Brauereifest

- Schwerter Brauerei Wohlers KG, Meißen
08. - 10. Oktober 2004, Brauereifest

Quellen: Informationen der Brauereien und Presseberichte

Brauereibesichtigung in der Alten Klosterbrauerei Vierzehnheiligen

Anfang Mai diesen Jahres gelang es uns während unseres Urlaubs in Staffelstein an einer
Brauereiführung in der Alten Klosterbrauerei Vierzehnheiligen teilzunehmen. Braumeister und Juniorchef Andreas Trunk leitete die Führung selbst. Die Überraschung war groß. Das von außen altehrwürdig erscheinende Gemäuer ließ auf eine etwas betagte kleine Brauerei schließen. Aber weit gefehlt. Das "klein" stimmte schon in etwa, aber "alt"? Im inneren war eine hochmoderne Brauerei vorhanden. Ein computergesteuertes Brauhaus mit Braubehältnissen und Lagertanks aus Edelstahl verschaffte dem Besucher den Eindruck einer modernen Brauerei. Leider konnten wir den Gärkeller nicht besichtigen. Die Flaschenwaschmaschine und die Abfüllanlagen für Flaschen, 5-l-Partydosen und Fässer entsprachen ebenfalls modernsten Gesichtspunkten. Nach Angaben von Andreas Trunk können bei der niedrigen Abfüllgeschwindigkeit der Flaschen ohne große Umrüstungen sowohl Euro- als auch NRW-Flaschen abgefüllt werden.
Und die Tendenz scheint auch für diese Brauerei nach und nach zur NRW-Flasche zu gehen. Lediglich einige periphere Anlagen wie z.B. die Transportbänder waren noch älteren Datums, deren Funktionalität allerdings noch voll vorhanden.
Nach der Führung ließ sich der Braumeister dann auch noch erweichen und stellte unseren Vereinsmitgliedern noch die neuesten Etikettensortimente zur Verfügung. Dafür noch einmal recht herzlichen Dank. Ich bitte an dieser Stelle alle Sammler noch einmal um Nachsicht, wenn sie bei ihrer Nachfrage nach Brauereiwerbemittel mitten in den Produktionsprozess einer Brauerei hineinplatzen und dabei natürlich auf Granit beißen.
Ich habe Braumeister Andreas Trunk während der Führung als sehr netten Mensch erlebt, bin allerdings Tage zuvor, als ich bei der Abfüllung störte, gnadenlos abgeblitzt.
Und bei allem Negativerfolg: Ich kann ihn sehr wohl verstehen. Immerhin will ich von der Brauerei eine Leistung, die Geld kostet, für die ich aber möglichst nichts bezahlen möchte. Welche kleine Brauerei hat es schon so üppig, dass sie etwas verschenken kann. Und außerdem bin ich nicht der einzige Sammler, der nachfragt.
Wer aber einmal auf Vierzehnheiligen landet, sollte unbedingt den Brauereiausschank oberhalb des Klosters aufsuchen und eine Brotzeit mit einem (oder auch mehreren) Nothelfer-Trunk einnehmen.
Ein Geschenkpack mit verschiedenen Biersorten kann man da ebenfalls erwerben.

Zusammengestellt von Rolf Kluttig, FBG, 31.07.04

Wussten Sie schon

..., dass die Eibauer Münch-Brauerei GmbH ihre Produktpalette um die neue Biersorte "Eibauer Helles Landbier" erweitert hat.

..., dass die Marken Holsten und Lübz erstmals in Elfer-Kästen angeboten werden. Die insgesamt für das zweite Halbjahr 2004 georderten 150.000 Kästen beider Marken werden maschinell in Braunschweig abgefüllt und ab Juli an die Kunden ausgeliefert. (Holsten Ritter Magazin 1+2/2004)

..., dass das neue Torgauer Brauhaus anlässlich der Fußball-EM 2004 ein spezielles Festbier auf den Markt gebracht hat. Durch das Etikett war das Festbier leicht zu erkennen.

..., dass die Mauritius Brauerei Zwickau, anlässlich der 700-Jahrfeier von Werdau ein "Werdauer Jubiläumsbier" auf den Markt gebracht hat. Der Werdauer Schutzpatron Bischof Egidius ziert das Flaschenetikett. (FP 17.06.2004)

..., dass in der alten Kaiserstadt Tangermünde wieder das so genannte Kuhschwanz-Bier ausgeschenkt wird. Nach einer alten Rezeptur wird es bei Demmert-Bräu in Neuendorf eingebraut. Es ist ein untergäriges Schwarzbier.

..., dass das Anstoßen der Trinkgefäße im Mittelalter eine besondere Bedeutung hatte. Meinungsverschiedenheiten wurden meist handgreiflich ausgetragen. Eine andere Methode war die Verabreichung von Gift. Um sicher zu gehen, dass man beim Trinkgelage nicht einem Mordanschlag zum Opfer fällt, wurden die schweren Bierkrüge aneinander gestoßen. Dabei schwappte das Bier von einem Krug in den anderen. Wer also dem Feind Gift in den Krug geschüttet hatte, lief Gefahr selbst einen Schluck in den Krug zu bekommen. Und wer nicht mit anstieß machte sich gleich ver- dächtig.

..., dass der Weg zur weltgrößten Brauerei frei ist. Die Aktionäre der belgische Interbrew-Gruppe ("Jupiter", "Beck´s") beschlossen eine Kapitaler- höhung und weitere Voraussetzungen für die Fusion mit dem brasilianischen Brauhaus Ambev. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Inbev jährlich 19 Milliarden Liter Bier brauen und damit den bisherigen Weltmarktführer Anheuser-Busch aus den USA um rund 3,8 Milliarden Liter überflügern. (DNN 28.08.2004)

Aktuelle Vereinstermine 2. Halbjahr 2004

Infolge Veränderungen und Betreiberwechsel im Brauhaus am Waldschlösschen macht sich ein Ort-, bzw. eine Terminverschiebung für unserer Vereinstreffen im November 2004 notwendig.

Das neue Vereinslokal für 2005 wird rechtzeitig bekanntgegeben.

23. 10. 2004 9 Uhr, Abfahrt mit Bus zum Vereinstreffen nach Gersdorf (Voranmeldung)

24. 11. 2004 17 Uhr, Vereinstreffen,
Achtung !!!
Termin und Ortsänderung beachten...
Feldschlößchen AG - BrauereibesichtigungAnmeldung hierzu unbedingt erforderlich

11. 12. 2004 17 Uhr, Hausbräu im Ballhaus Watzke (Voranmeldung)

Aktuelle Termine von Tauschtreffen

11. September 2004, D- 99310 Arnstadt
IBV - Tauschtreffen

19. September 2004 (Sonntag), D- 68723 Schwetzingen-Plankstadt
FvB - Tauschtreffen

02. Oktober 2004, D- 93345 Hausen-Herrnwahlthann
FvB - Tauschtreffen

16. Oktober 2004, D- 96260 Weismain
IBV - Tauschtreffen

27. November 2004, - 74906 Bad Rappenau
FvB - Tauschtreffen, - 25. Nikolaus Tauschbörse-

2005

29. Januar 2005 D- 88425 Bad Schussenried
IBV - Tauschtreffen

12. März 2005 D- 08058 Zwickau
9. Internationale Tauschbörse im Klubhaus "Sachsenring" CrimmitschauerStr. 67,
von 9 - 13 Uhr
Veranstalter: 1 Brauereisouvenirclub "Mauritius" Zwickau
Schirmherrschaft: Mauritius Brauerei Zwickau

12. März 2005 D- 86368 Gersthofen
IBV - Tauschtreffen

23. April 2005 D- 01189 Dresden
19. Dresdner Tauschtreffen des Freundeskreis Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e.V.
von 8.00 - 13.00 Uhr
Schirmherrschaft: Feldschlösschen AG
Ort: 01189 Dresden, Cunnersdorfer Str. 25

Für Termine und Vollständigkeit wird keine Garantie übernommen, wir sind aber für Termine und Hinweise jeglicher Art dankbar.
Informationen von IBV, FvB und Vereinsmitgliedern.


Zusammengestellt von:
Bernd Hoffmann, 01689 Weinböhla, Friedensstr. 11
Werner Ehben, 01139 Dresden, Schwindstr. 6
Mitglieder des Freundeskreis Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e.V., 01187 Dresden
Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung des Herausgeber

Redaktionsschluss für die Ausgabe I/2005 ist der 01. November 2004.


III. Rückseite:

Der Freundeskreis Brauereigeschichte Dresden/Ostsachsen e.V.
bedankt sich bei allen Sponsoren, welche uns in diesem
Jahr wieder so großzügig unterstützt haben.
Ohne sie hätten wir alle unsere Vorhaben
nicht verwirklichen können.

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